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Pressemitteilung
Ausstellung: «Was Krieg anrichtet»:
Ausstellungen von Zeichnungen tschetschenischer Kinder mit einer Photodokumentation
von Elisabeth Petersen.
Kulturhaus Helferei, Kirchgasse 13, Zürich
20. Januar bis 19. Februar 2005
Die Ausstellung gibt den Kindern Tschetscheniens
eine leise Stimme. Sie will Einblick in ihre Welt, in ihre Gefühle
und Erfahrungen, in ihre Seele geben, die sich in den Zeichnungen widerspiegeln.
Der Alltag, in dem sie leben, ist festgehalten in Photos aus dem zerstörten
Grosny und den Flüchtlingslagern.
Elisabeth Petersen hat in den letzten drei Jahren auf ihren Reisen in
den Nordkaukasus, insbesondere nach Tschetschenien und Inguschetien,
viele Schulen besucht und dort immer wieder die Lehrer um Bilder gebeten,
die sie in den provisorischen Klassenzimmern und Zelten gesehen hat.
Damals ist der Wunsch entstanden, einem grösseren Publikum die
Schrecken dieser Kinderwelt mittels Zeichnungen und Photos näher
zu bringen.
Frei nach Susanne Sonntag kann nur derjenige, der selber Opfer des Schrecken
gewesen ist, die Bilder des Schreckens verstehen: Die Bombardierung
des eigenen Hauses, die Zerstörung der eigenen Schule, die Verwüstung
des Gartens, in dem man spielte, geblieben als Bombentrichter, die toten
Freunde auf der Strasse, die Verschleppung des Vaters und Bruders. Dennoch
baute sie darauf, dass sich über die Reflexion des Leidens anderer
Mitgefühl herstellen lässt, sofern der Betrachter sich auf
der Ebene des Humanen bewegt.
Der Krieg in Tschetschenien hat die Menschen seelisch und körperlich
schwer gezeichnet. Morde, Verfolgungen, Säuberungen, Flucht und
Vertreibung, Angst vor Minen und Eskalation der Gewalt haben einen unauslöschlichen
Eindruck in der Bevölkerung hinterlassen. Die Menschen leiden unter
der jahrelangen Angst und dem unvorstellbaren Terror. Dazu kommt die
psychologische Auswirkung vom Leben in Unsicherheit, ohne Arbeit, ohne
Perspektive. Fast 300 000 Menschen mussten aus Tschetschenien fliehen.
Vor allem Kinder und Jugendliche haben eine dramatische Verschlechterung
ihrer seelischen, familiären, sozialen und schulischen Bedingungen
erfahren müssen. Sie sind ausgeschlossen von Erziehung, Ausbildung
und Arbeitsmöglichkeiten. Viele der Kinder und Jugendlichen haben
noch nie eine Schule besucht. Über 40 % der Kinder haben ihre Eltern
oder einen sehr nahen Verwandten verloren. Mehr als 2/3 der Kinder und
Jugendlichen haben aufs schlimmste verstümmelte Tote oder Körperteile
gesehen.
Vernissage ist am Donnerstag, 20. Januar 2005,
18.00 Uhr Kulturhaus Helferei. Sprechen wird die eigens aus Grosny angereiste
frühere Universitätsprofessorin und heutige Menschrechtlerin Lipkan
Bassajewa, Mitarbeiterin von «Memorial», Nasran.
Die Ausstellung wird
von einer Lesereise des tschetschenischen Dichters Apti Bisultanow
begleitet. 1992 erhielt er den tschetschenischen Nationalpreis, 2003
in Rotterdam den Preis der Stiftung «Poets of all Nations». Zur Zeit
ist er am Max-Planck-Institut in Leipzig tätig.
Die Daten der Lesungen sind:
Sonntag, 23. Jan. 2005, 17.00 Uhr, Kino Rex, Pfäffikon ZH, Spitalstrasse 1
Montag, 24. Jan. 2005, 20.00 Uhr, Sigristenhaus, Volketswil, Chilegass 8
Dienstag, 25. Jan. 2005, 20.00 Uhr, Kulturhaus Helferei, Zürich, Kirchgasse 13
Donnerstag, 27. Jan. 2005, 19.30 Uhr, Aula der Alten Kantonsschule Aarau, Bahnhofstrasse 91
Apti Bisultanow steht gerne zu einem Interview zur Verfügung.
Führungen durch die Ausstellungen werden durch tschetschenische
Jugendliche, die seit zwei Jahren in der Schweiz leben, auf Deutsch
an folgenden Daten angeboten: Samstag, 29.1.2005, 14.00 Uhr Samstag,
5.2.2005, 14.00 Uhr Mittwoch, 16.2.2005, 18.00 Uhr Samstag, 19.2.2005,
14.00 Uhr.
Ein Bild von Apti Bisultanov, verschiedene Kinderzeichungen, Photos aus Grosny und den Flüchtlingslagern und beide Ankündigungstexte finden Sie auf der Homepage www.zeitzeugen.ch.
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