"Afghanistan wohin?"

Der 1932 geborene diplomierte Architekt und langjährige Baselbieter Gewerbeschullehrer Paul Bucherer wurde aus eigenem Antrieb Afghanistan-Experte. Während seiner Studienzeit in den späten 50er und frühen 70er Jahren verkaufte er Studentenreisen nach Afghanistan. Als er zusammen mit seiner Frau selber hinreiste, verlor er sein Herz an die Menschen und das Land. Seit dieser Zeit fährt er oft mehrmals jährlich nach Afghanistan. Über deutsche Professoren an der Universität Kabul lernte er im Laufe der Jahre immer mehr einflussreiche Leute kennen, und es entstand ein Netz von Beziehungen über alle politischen und ethnischen Grenzen hinweg. 1975 gründete er das Afghanistan-Archiv, ein Dokumentationszentrum, aus dem 1983 die Stiftung Bibliotheca Afghanica hervorging. Das Museum ist sehr viel mehr als ein «Depot» für Kulturgüter im Exil. Es ist auch ein politischer Ort.
Dank seiner vielfältigen Kontakte und dem Respekt, den Paul Bucherer geniesst, gelang es ihm immer wieder die verfeindeten Gruppierungen an einen Tisch zu bekommen. In Bubendorf gingen und gehen aus ihrer Heimat vertriebene Afghanen ebenso ein und aus wie von weither angereiste Taliban-Anhänger, Vertreter der Nordallianz und Leute aus der Umgebung des afghanischen Königs in Rom.
1998 gelangten die afghanischen Kriegsparteien mit dem Wunsch an Paul Bucherer, in Europa einen sicheren Ort für bedrohte Kulturgüter zu schaffen. So entstand vor knapp zwei Jahren das Afghanistan-Museum in Bubendorf bei Liestal. Auf einem Industriegelände findet man Schätze, die zum Teil grossen archäologischen Wert besitzen. Eindrucksvoll sind auch die Gegenstände aus dem Alltagsleben der Zeit des Vorkriegsafghanistans; Zeugnisse wie Afghanistan einmal war.

Datum/Zeit: Freitag, 1. März 2002, 19.30 Uhr
Ort: Aula der Alten Kantonsschule Aarau, Bahnhofstrasse 91
Eintritt: Fr. 20.-/Fr. 10.- ermässigt

 
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