Endili Memetkerim: "'Roter Stern unter dem Halbmond' oder das Verhältnis zwischen Han-Chinesen und Uiguren"

«Mein ferner Westen, dein Ostturkestan», so betitelt der chinesische Schriftsteller Wang Lixiong sein kürzlich in Taipeh/Taiwan erschienenes Buch, das in China eine Diskussion auslösen könnte, wäre es dort nicht verboten. Die Provinz Xinjiang (Ostturkestan), ganz im Westen Chinas gelegen, wird von der Seidenstrasse durchzogen, auf der nicht nur Kauf¬leute, Gelehrte und Armeen, sondern auch Ideen, Religionen und ganze Kulturen von Ost nach West und umgekehrt gelangten. Wang schreibt über jenen Teil Chinas, in dem kürz¬lich Uiguren auf Han-Chinesen und Han-Chinesen auf Uiguren losgegangen sind und so das Problem der Minderheiten in China neu aufgeworfen wurde. Ursprünglich war dieses Gebiet von Turkvölkern bewohnt, unter denen die muslimischen Uiguren bis heute die grösste Gruppe bilden. In Folge der Sinisierung stellen die Uiguren heute nur noch 45 % der Bevölkerung. Wang Lixiong spricht in seinem Buch von einer Phase der «Palästini¬sierung», deren Ursache in der Benachteiligung der Uiguren sowohl auf politischem, als auch auf wirtschaftlichem und sozialem Gebiet zu sehen ist.
Der Referent, Dr. Endili Memetkerim ist Uigure, 1964 in Artush geboren und in Ürümqi aufgewachsen. Er hat Human- und Alternativmedizin studiert und lebt seit 10 Jahren in der Schweiz. Memetkerim ist Mitglied des Ostturkestan Vereins in der Schweiz. In seinem Vortrag wird er eine Einführung in die Geschichte und Kultur Ostturkestans geben und auf die aktuelle Situation der Uiguren eingehen.

Datum/Zeit: Dienstag, 18. August 2009, 19.30 Uhr
Ort: Aula der Alten Kantonsschule, Bahnhofstrasse 91, Aarau
Eintritt: Fr. 15.-/ Fr. 10.- ermässigt

 
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