Ines Geipel "Doping in der DDR - Als Spitzenathletin in der Hand der Funktionäre"

Mit der Öffnung der Stasiakten kam ein unglaublicher Umfang von Doping-Massnahmen im DDR-Sport ans Tageslicht. Die (Spät-)Folgen für die unwissenden Opfer sind fatal: Herzschäden, Unfruchtbarkeit, jahrelange Depressionen, latente Magersucht, Krebs, ja sogar die Geburt von behinderten Kindern.
Kurz vor Ablauf der Verjährungsfrist im Jahre 2000 kam es in Berlin zum grössten Dopingprozess in der Geschichte Deutschlands. Angeklagt wurden zwei prominente Spitzenfunktionäre des DDR-Sports wegen «Beihilfe zur Körperverletzung in 142 Fällen»: Sport-Chef und ZK-Mitglied Manfred Ewald («Ich bin der Sport») und sein oberster Mediziner Manfred Höppner. Erstmals traten während des Prozesses eine Reihe von ehemaligen Spitzensportlerinnen als Opfer und Nebenklägerinnen ins öffentliche Rampenlicht. Eine von ihnen war Ines Geipel, die Anfang der achtziger Jahre (damals Ines Schmidt) als Startläuferin zur 4x100m-Nationalstaffel der DDR gehörte.
Den Prozess und das Leiden der Frauen dokumentierte sie in dem Buch «Verlorene Spiele – Journal eines Doping-Prozesses». Die Publikation sorgte für Aufsehen, und man muss annehmen, dass manche der dokumentierten Machenschaften nicht nur in der DDR zum «Sportgeschäft» gehörten und gehören.

Ines Geipel, 1960 in Dresden geboren, war sechs Jahre im Hochleistungssport aktiv. Heute ist sie Professorin an der Berliner Hochschule für Schauspielkunst und Verfasserin sowie Herausgeberin verschiedener literarischer Werke.

Datum/Zeit: Freitag, 17. März 2006, 19.30 Uhr
Ort: Aula der Alten Kantonsschule Aarau, Bahnhofstrasse 91
Eintritt: Fr. 15.-/Fr. 10.- ermässigt

 
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