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© Mittelland Zeitung ; 29.11.2004 Gelegte Minen als Geissel der Menschheit Aarau Leonhard Grimmer referierte am Forum für Zeitzeugen über die verschiedenen Aspekte der Minen. Aktueller konnte die Veranstaltung des Forums für Zeitzeugen / Gegen Gleichgültigkeit und Vergessen am vergangenen Donnerstag in der Aula der Alten Kantonsschule nicht sein: Seit Sonntag tagen die 143 Unterzeichnerstaaten der Ottawa-Konvention zum Verbot von Antipersonen-minen in Nairobi/Kenia. Verpflichtet haben sie sich, auf Einsatz, Lagerung, Herstellung und Weitergabe von Antipersonenminen zu verzichten. 3 der 50 Staaten, die die Konvention noch nicht unterzeichnet haben, sind Mitglieder des UN-Sicherheitsrates: China, Russland und die USA. Leonhard Grimmer, Stiftungsrat der Mine-Ex Stiftung und Oberstleutnant a. D., informierte in seinem Referat über alle grundlegenden Aspekte im Zusammenhang mit dem Thema. Minen sind eine sehr wirksame und billige Waffe im Krieg, deren Terrorgefahr noch Jahrzehnte nach dem Konflikt andauert. Das Alltagsleben der Bevölkerung kommt zum Stillstand. Betroffen sind Lebensmittelversorgung, Handel und Verkehr, Schulbesuche und Ausbildungen. Eine der vielen Folgeproblematiken sei beispielhaft herausgegriffen: Im Schnitt braucht ein erwachsener Amputierter alle drei bis fünf Jahre eine neue Prothese, Kinder proportional zu ihrem Wachstum alle sechs bis zwölf Monate. Eine Prothese kostet in einem Entwicklungsland ca. 150 Franken. Wenn also einem Kind im Alter von 10 Jahren ein Bein oder Fuss amputiert werden muss, benötigt es in seinem Leben ca. 25 Prothesen. In Kambodscha mit seinen 35 000 Amputierten sind mehr als 100 Millionen Franken allein für Prothesen nötig. Obwohl die kriegführenden Parteien nach internationalem Recht verpflichtet wären, Lagepläne für Minen zu erstellen und aufzubewahren, gibt es über die meisten verminten Landstriche keine Informationen. Der Dammbruch in diese Richtung war der Minenabwurf aus US-Helikoptern im Vietnamkrieg. Wirklich sicher ist nur die Handräumung mit der Minengabel. Dabei kostet eine Hektare 90 000 Franken - Geld, mit dem grosse Projekte finanziert werden könnten. Gelegte Minen werden zu einer Geissel der Menschen, die man oft vergisst, deren Verbannung aber eine der grossen Visionen für eine friedliche Welt bleiben und werden muss.
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