Irmtraut Hollitzer "„Wir sind das Volk“ - Leipzig 1989 und davor"

Die Chronik des Herbstes ´89 begann in Leipzig nicht erst mit den Demonstrationen im September und Oktober oder dem Bürgerexodus via Ungarn gen Westen. Bereits während des gesamten Jahres hielten eine Vielzahl öffentlicher Aktionen von Basisgruppen die SED und vor allem deren Sicher¬heitsorgane – Staatssicherheit und Volkspolizei – in Atem. Monatelang ignorierte die Ber¬liner Führung diese Entwicklung. Erst im Herbst begann auch ihr zu dämmern, dass in Leipzig Probleme der gesamten Gesellschaft deutlicher zu Tage traten als anderswo. Doch da war es bereits zu spät: Die Bürger hatten ihre Sprache wieder gefunden. Wie ein Flä¬chenbrand breiteten sich die Bürgerproteste in der ganzen DDR aus und stürzten die 40-jährige Diktatur. Leipzig wurde durch die Friedensgebete, die mutigen Aktionen der Basis¬gruppen und die Demonstration der 70.000 am 9. Oktober 1989 zum Symbol für die Friedliche Revolution.
Von Anfang an bei den Umwälzungen mit dabei war Irmtraut Hollitzer. 1943 in einer Pfarrersfamilie geboren, lebte sie nach einer Buchbinder- und Gesangsausbildung mit ihrer Familie in Leipzig. Sie engagierte sich bereits in den 60-er Jahren in kirchlichen Kreisen, nahm an den Friedensgebeten in der Thomaskirche und an jeder Montagsdemonstration 1989 teil. Hollitzer war Gründungsmitglied des Bürgerkomitees Leipzig für die Auflösung der Staatssicherheit und von 2000 bis 2008 Mitglied des Stiftungsrates der Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. In der Zeit zwischen 2000 und 2008 war sie leitende Mitarbeiterin der Gedenkstätte Museum in der Runden Ecke in Leipzig.

Datum/Zeit: Dienstag, 16. Juni 2009, 19.30 Uhr
Ort: Aula der Alten Kantonsschule, Bahnhofstrasse 91, Aarau
Eintritt: Fr. 15.-/ Fr. 10.- ermässigt

 
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