Fouad Ibrahim " Darfur – und das Schweigen der Welt "

Seit dem Beginn des Bürgerkrieges in der westlichen Region des Sudan, in Darfur, morden arabische Reitermilizen unterstützt durch die Truppen der sudanesischen Zentral­regierung in der Zivilbevölkerung. Männer, Frauen und Kinder werden Opfer bruta­ler Gewalt, wenn ihre Dörfer über Nacht geplündert und durch Brandschatzen dem Erdbo­den gleichgemacht werden. Die Zahl der Getöteten wird inzwischen auf 70.000 Menschen geschätzt. Weite Teile Darfurs sind durch den Krieg verwüstet. Die Felder liegen brach und Vieh hat niemand mehr – ausser den Reitermilizen der Janjawiid mit ihren Kamelen.
Viele Darfuris haben in den grösseren Städten oder im Nachbarland Tschad Zuflucht ge­sucht. Inzwischen gibt es mehr als 2 Millionen Binnenflüchtlinge, zumeist in Lagern. Die Regierungstruppen zerstören immer wieder solche Flüchtlingslager und zwingen diejenigen, die dort Zuflucht gefunden haben, andere Lager aufzusuchen, in denen sie den Übergriffen der Janjawiid erneut ausge­setzt sind. Die Aufrüstung der Milizen wird fortgesetzt und Massengräber wer­den beseitigt, um Spuren des Völkermordes zu verwischen. Erst nach langem Zögern erlaubte die sudanesische Regierung internationalen Hilfsorganisationen, in Darfur tätig zu werden.
Fouad Ibrahim ist emeritierter Professor für Sozialgeo­graphie und Regionalgeographie Afrikas und kommt aus Ägypten. Er hat im Sudan, Tanzania, Ghana, Kenia, Ägypten, Deutschland und den USA geforscht und gelehrt. Der Vortrag ist auf Deutsch.

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Datum/Zeit: Donnerstag, 18. Mai 2006, 19.30 Uhr
Ort: Aula der Alten Kantonsschule Aarau, Bahnhofstrasse 91
Eintritt: Fr. 15.-/ Fr. 10.- ermässigt


 
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