"Italiener in der Schweiz"

Sie sind Vertreter der ältesten Einwanderergruppe in der Schweiz: die Familie Giangrasso aus Sizilien. Algerien, Florenz, Glarus, Zürich und wieder Italien sind Stationen ihres Weges. Antonino Giangrasso, geboren 1926, ging mit seiner frisch geheirateten Frau und der kleinen Tochter Maria, 1951 nach Algerien. Hier arbeitete er als ungelernter, aber ausgezeichneter Maurer, der seine Arbeit sehr liebte. Bitterste Armut und der brutale Unabhängigkeitskrieg bestimmten das Leben im Lande, das die Familie 1961, ein Jahr vor der Unabhängigkeit, bei Nacht und Nebel wieder verlassen musste. Bei Verwandten in Florenz mussten die Kinder erst Italienisch lernen. Nach einem Jahr ohne Arbeit ging der Vater 1962 zusammen mit seiner Frau ins Glarnerland. Er arbeitete als Maurer, sie als Putzfrau im Spital. Die Kinder blieben zurück bei der Grossmutter, da man nur einen Saisonnier-Vertrag hatte. Als die Mutter die Trennung nicht verwinden konnte und die Kinder heimlich in die Schweiz holte, durften diese sich erst mit Erlangung des Jahresaufenthaltes auf der Strasse zeigen. Maria kam mit 12 Jahren in die erste Primarklasse und sprach kein Wort Deutsch. In den Pausen wurde sie gehänselt und geschlagen. Mit der Unterstützung der Frau eines lokalen Arztes lernten die Kinder sich in der ungewohnten Umgebung zurecht zu finden. Maria besuchte die Sekundarschule und absolvierte eine Ausbildung als Chemielaborantin. Ihr Vater musste nach einem Unfall auf einer Baustelle den geliebten Maurerberuf aufgeben. Es folgten sieben ungesunde Jahre als Bleischmelzer bei den Glarner Nachrichten und zwei Jahre in einem Kühlhaus einer Salamifabrik. Als schliesslich nur noch in einer Windelfabrik Arbeit zu bekommen war, gingen Mutter und Vater nach 14 Jahren Schweiz in die Toskana zurück. Maria heiratete, wurde Schweizerin und ist seit 1984 Berufsschullehrerin. Ihr Sohn ist ganz in der Schweiz verwurzelt und spricht nur noch gebrochen Italienisch.

Datum/Zeit: Mittwoch, 24. März 2004, 19.00 Uhr
Ort: Stadthaus Zürich, Stadthaus-Quai
Eintritt: Fr. 10.­/Fr. 5.­ ermässigt

Datum/Zeit: Donnerstag, 25. März 2004, 19.30 Uhr
Ort: Aula der Alten Kantonsschule Aarau, Bahnhofstrasse 91
Eintritt: jeweils Fr. 20.–/Fr. 10.– ermässigt

 
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