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„Gefangener unter Hitler und Stalin“ Erwin Jöris wurde 1912 in Berlin-Lichtenberg,
einer Hochburg der Arbeiterbewegung, geboren. Als Kind erlebte er 1918
die Spartakuskämpfe, an denen sein Vater teilnahm, und den Trauerzug
für Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht. Er absolvierte eine Tischlerlehre
und trat 1928 der Kommunistischen Jugend bei. Als Lichtenberger Bezirksjugendleiter
des KJVD hatte er ab 1931 Kontakt zu allen kommunistischen Grössen
Berlins und war involviert in die Strassenkämpfe, Streiks und grossen
Aufmärsche der untergehenden Weimarer Republik. Die nationalsozialistische
Machtergreifung bedeutete Illegalität, keine Nacht mehr im selben
Bett. Im März 1933 wurde er verhaftet und ins Konzentrationslager
Sonnenburg gebracht. Nach der Entlassung Ende 1934 emigrierte er im
Auftrag der Partei über Prag nach Moskau, wo er anfänglich
im Komintern-Hotel Lux, «dem Treffpunkt der Weltrevolution»,
wohnte. Aus dem Moskau der stalinistischen Schauprozesse, wo er mit
seinen unverblümten Kommentaren und Fragen ins Visier der stalinistischen
Geheimpolizei geraten war, schickte ihn die Jugendinternationale in
die Produktion nach Swerdlowsk. 1937 wurde er vom NKWD verhaftet, in
dessen berüchtigtem Moskauer Gefängnis, der Lubjanka, inhaftiert
und 1938 an die Gestapo ausgeliefert. Diese schickte ihn bei |
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