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Von Christine Voss
«Mama, warum gibt es Krieg?»
Ausstellung
– Der Krieg in Tschetschenien hat das Leben der Zivilbevölkerung über
ein Jahrzehnt lang zutiefst erschüttert. Was er in den Seelen der Kinder
angerichtet hat, zeigt eine Wanderausstellung mit Zeichnungen von Kindern
und Jugendlichen.
Für die Menschen in Tschetschenien ist es wichtig, dass sie spüren:
Die Welt nimmt unsere Not wahr, wir werden nicht einfach vergessen.»
Dies betonte Elisabeth Petersen bei der Einführung in die Ausstellung
«Was Krieg anrichtet», die Ende Januar im Kulturhaus Helferei in Zürich
eröffnet wurde. Die in Zürich lebende Juristin gehört zu den wenigen
Menschen aus dem Westen, die in das abgeriegelte Kriegsgebiet gereist
sind und dort das Leiden der Bevölkerung aus erschütternder Nähe miterlebt
haben. Seit Elisabeth Petersen vor drei Jahren zum ersten Mal in Tschetschenien
war, widmen sie und ihr Mann sich der Aufgabe, die brutalen Unterdrückungsmethoden
der russischen Armee und die unzähligen Menschenrechtsverletzungen in
der Öffentlichkeit bekannt zu machen.
Die leise Stimme der Kinder
Von einer ungewohnten Seite her wird das Kriegsgeschehen in der Ausstellung
dokumentiert: Von ihren Reisen brachte Elisabeth Petersen Kinderzeichnungen
mit, die sie beim Besuch von Schulen in den provisorisch eingerichteten
Klassenzimmern entdeckt und in Absprache mit den Lehrern mitgenommen
hatte. Die Bilder zeigen, wohl mehr als Worte, das Erleben der Kinder:
die erschreckende Welt, die sich um sie herum ausbreitet, ausgefüllt
mit Panzern, Bomben, Trümmern. Mehr als zwei Drittel der Kinder und
Jugendlichen, so Elisabeth Petersen, haben aufs Schlimmste verstümmelte
Tote oder deren Körperteile gesehen. Viele sind als Opfer von Minen
oder den überall herumliegenden Granaten selber verletzt worden. In
den Bildern, so zeigt sich deutlich, versuchen sie das Erlebte zu verarbeiten.
«Mama, warum gibt es Krieg?», ist als grosse Frage mitten in eine der
Zeichnungen hineingeschrieben. «Ich hasse den Krieg», hat ein anderes
Kind festgehalten.
Dennoch: Fast visionär tauchen in der Ausstellung auch Bilder von sonnendurchfluteten
Landschaften, grünen Wiesen und blühenden Bäumen auf – ein Stück heile
Welt, das offenbar in den Seelen der Kinder weiterlebt. Diese Hoffnung,
dass das Menschliche nicht untergeht, ist in der Ausstellung, trotz
allem, zu spüren. Sie ist damit nicht nur eine Dokumentation über den
wenig wahrgenommenen Krieg in Tschetschenien, sondern auch ein Aufruf
zum grundsätzlichen Nachdenken über Krieg und Frieden.
«Was Krieg anrichtet», bis 19. Februar im Kulturhaus Helferei, Kirchgasse
13, Zürich.
Auf Wunsch kann die Wanderausstellung auch von Kirchgemeinden übernommen
werden. Weitere Informationen:
Forum für Zeitzeugen,
Telefon 01 362 17 65,
www.zeitzeugen.ch
Zum
Original-Artikel...
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