Marta Fotsch "Kolumbien: Im Würgegriff der Interessen"

In Kolumbien herrscht seit über 40 Jahren ein Bürgerkrieg mit drei Millionen intern Ver¬triebenen und Zehntausenden zivilen Opfern. Die Ursachen des Konfliktes sind Armut, soziale Ungerechtigkeit und politische Unterdrückung. Das Land ist reich an Bodenschät¬zen wie Erdöl, Erdgas und Kohle. Die rücksichtslose Ausbeutung dieser Rohstoffe und die riesigen Gewinne aus dem Drogenhandel tragen aber wesentlich zur Verschärfung des Konfliktes bei.
Die Kriegsparteien – Armee, rechtsextreme Paramilitärs, Guerillas – kämpfen seit Jahren um politische und wirtschaftliche Interessen. Die Zivilbevölkerung in den vom Konflikt direkt betroffenen Gebieten steht zwischen den Fronten, wird zum Kriegsziel von Armee, Paramilitärs und den Guerillas. In den internationalen Medien finden die systematischen Menschenrechtsverletzungen fast kein Echo.
Friedensbemühungen mit den Guerillas sind anfangs 2002 gescheitert. Die Regierung Uribe ist seit 2002 im Amt und setzt auf eine bewaffnete Lösung des Konflikts, der we¬sentlich von den USA finanziert wird.
Marta Fotsch reist seit 1988 zweimal jährlich für Amnesty International nach Kolumbien. Sie berichtet in ihrem Vortrag über die Menschenrechtskrise im Land, ihr Nothilfeprogramm für an Leib und Leben bedrohte Menschen und die persönlichen Begegnungen mit Menschen, die zu Vertriebenen im eigenen Land wurden.


Datum/Zeit: Donnerstag, 23. November 2006, 19.30 Uhr
Ort: Aula der Alten Kantonsschule, Bahnhofstrasse 91, Aarau
Eintritt: Fr. 15.-/ Fr. 10.- ermässigt

 
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