Charles Linsmayer: "Ein Schatzsucher der Schweizer Literatur - Drei Beispiele und ein Gespräch zu seiner Herausgebertätigkeit"

Kein Name ist so eng mit den Schätzen der Schweizer Literatur verbunden wie der von Charles Linsmayer. Der in Zürich lebende Publizist und Autor beim Berner «Bund» ist mit seiner unermüdlichen detektivischen Suche nach verschollenen literarischen Schätzen zu einer eigentlichen Instanz in der Schweizer Literaturszene geworden. Wer die Schweizer Literatur in ihrer ganzen Breit und Vielsprachigkeit entdecken will, muss nachschauen, was Linsmayer seit 25 Jahren verlegt hat und was umfassend dokumentiert ist in der Edition «Frühling der Gegenwart» von Ex Libris (1980–1983), dem «Weissen Programm Schweiz» von Suhrkamp (1990/91) und (seit 1987) in der Reihe «Reprinted bei Huber» des Huber-Verlags, Frauenfeld. Über 100 Werke sind so in kommentierten Neudrucken dem Vergessen entrissen worden.

Als Beispiele für seine Arbeit im Bereich Schweizer Literatur wird Charles Linsmayer einen Autor und zwei Autorinnen vorstellen: Kurt Guggenheim (1896–1983), den grossen jüdischen Epiker, dessen Gesamtwerk er zur Zeit herausgibt, Cécile Ines Loos (1883–1959), die Basler Erzählerin, die nach den Worten von Max Frisch «bei lichterlohem Verstand träumte», und Cilette Ofaire (1891–1964), die ihre Abenteuer als eine der ersten weiblichen Hochseekapitäne in ihrem Roman «Ismé» festgehalten hat. Die Präsentation umfasst Kommentar, Originaltexte, Dias und Tondokumente.
Im Anschluss wird Charles Linsmayer im Gespräch mit Andreas Petersen Einblick in den Alltag seiner literarischen Spurensuche geben und über die Chancen und Möglichkeiten sprechen, die ins Auge fassst, wer «den Büchern eine zweite Chance geben» will.
Eine breite Auswahl der von Linsmayer herausgegebenen Bücher ist im Rahmen der Veranstaltung ausgestellt.


Datum/Zeit: Donnerstag, 21. September 2006, 19.30 Uhr
Ort: Aargauer Kantonsbibliothek, Aargauerplatz
Eintritt: Fr. 15.-/Fr. 10.- ermässigt

 
© Forum für Zeit-Zeugen 2003 | designd by crabb