Hermann Lübbe - "1968 – das Jahr der internationalen Revolte. Die 68er Bewegung"

Die 68er-Revolte erfasste alle Bereiche des Denkens und Lebens – die Philosophie mit der Kritischen Theorie und dem Neomarxismus – die Mode mit Jeans, Langhaarfrisur und Minirock – das Lebensgefühl des Aussteigens, Tabubrechens, Drogenkonsums, der Wohngemeinschaften und antiautoritären Erziehung. Sie erfasste die Politik, die als ausserparlamentarische Opposition auf die Strassen ging und veränderte die westliche Gesellschaft grundlegend. Zwischen Terrorismus, kommunistischen Aktivistenzirkeln, der emanzipatorischen Frauen- und Friedensbewegung wurde Antikapitalismus und Antiamerikanismus zu gedanklichen Grundströmungen der nächsten Jahre.
Als Politiker und Universitätslehrer wurde der 1926 in Ostfriesland geborene Hermann Lübbe zum kritischen Zeitzeugen der studentischen Proteste. 1963 übernahm er einen Lehrstuhl in Bochum, war als SPD-Mitglied von 1966 bis 1970 Staatssekretär in Düsseldorf und wechselte schliesslich von der Refomuniversität Bielefeld 1971 an die Universität Zürich. Der konservative Philosoph und brillante Rhetoriker, der sich stets den gängigen Schubladenkategorien verweigerte, mischte sich vehement in die politische Diskussion um das Selbstverständnis einer freien Gesellschaft ein. Unter dem Motto „Verluste des Fortschritts“ bestand er auf einer differenzierten Kritik über die Folgen der Studentenbewegung.

Datum/Zeit: Donnerstag, 8. November 2007, 19.30 Uhr
Ort: Aula der Alten Kantonsschule, Bahnhofstrasse 91, Aarau
Eintritt: Fr. 15.-/ Fr. 10.- ermässigt


 
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