„Die Weisse Rose“

Am 22. Februar 1943 wurden die Münchner Studenten Sophie und Hans Scholl zusammen mit Christoph Probst nach einem Urteil des nationalsozialistischen Volksgerichtshofes hingerichtet. Vier weitere Todesurteile, u.a. gegen Willi Graf, und unzählige Verhaftungen folgten. Die aus der Jugendbewegung kommenden Studenten hatten aus einer religiös-sittlichen Haltung heraus in Flugblättern und mit Wandparolen zum Widerstand gegen das NS-Regime aufgerufen. Zu ihrer Bewegung mit dem Namen «Weisse Rose» stiessen im Laufe des Jahres 1942 Jugendliche aus verschiedenen Städten Deuschlands und Österreichs.
Der 1924 geborene Franz J. Müller schloss sich mit zwei seiner Klassenkameraden an einem humanistischen Gymnasium in Ulm der «Weissen Rose» an. Auf der Orgelempore der Martin-Luther-Kirche kuvertierten, adressierten und frankierten sie Briefe zum Versand der Flugblätter. Franz J. Müller fiel die schwierige Aufgabe zu, Geld für das Porto aufzubringen und Briefumschläge zusammenzukaufen. Im Raum Heilbronn verteilte er, vor allem an katholische Pfarrer, die Flugblätter persönlich. Im Zuge der Verhaftungswelle wurden er und seine 18jährigen Freunde verhört und vom Vorsitzenden des Volksgerichtshofes, Roland Freisler, «als unreife Burschen von Staatsfeinden verführt», zu fünf Jahren Gefängnis wegen Verbreitung von «hochverräterischer Flugblattpropaganda» verurteilt. 1945 endete ihre Haft.
Heute ist Franz J. Müller Präsident der 1987 von Teilnehmern
der Widerstandsgruppe und Angehörigen der Hingerichteten gegründeten «Weisse-Rose-Stiftung» – mit Sitz in der Münchner Universität, an dem Ort, wo Sophie und Hans Scholl beim Werfen ihrer Flugblätter von der Balustrade des Innenhofes 1943 verhaftet wurden.

Datum/Zeit: Donnerstag, 11. April 2002, 19.30 Uhr
Ort: Aula der Alten Kantonsschule Aarau, Bahnhofstrasse 91
Eintritt: Fr. 20.-/Fr. 10.- ermässigt

 
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