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Augenschein
im Frühsommer im Kaukasus: In Tschetschenien hat die
Menschenrechtslage erneut einen Tiefpunkt erreicht. Vergessen von der
Weltöffentlichkeit bestimmen brutalste Gewalt und absolute Willkür
den
Alltag der Menschen. Die Bevölkerung fürchtet die Privatarmee
des Sohnes des
kürzlich ermordeten tschetschenischen Präsidenten Kadyrow
inzwischen mehr
als die russischen Spezialeinheiten. Gezielt hat Moskau einen Keil zwischen
die verschiedenen Clans getrieben, so dass die Gefahr eines Bürgerkrieges
täglich wächst.
Die Flüchtlinge in der Nachbarrepublik Inguschetien,
wohin sie sich vor dem
blutigen Krieg retteten, hausen seit Jahren in Zeltstädten, alten
Fabrikgebäuden und verdreckten ehemaligen Kuh- oder Hühnerställen
verfallener Sowjetkolchosen. Moskau hat den Konflikt offiziell als befriedet
erklärt. Also kann es auch keine Flüchtlinge geben. Täglich
werden sie zur
Rückkehr gezwungen. Bei «Säuberungen» der russischen
Militärs sind seit Ende
Februar mehr als 50 Menschen verschwunden. Trotzdem kehren nur ein Drittel
der Flüchtlinge in die dem Erdboden gleich gemachten Dörfer
und Städte nach
Tschetschenien zurück. Die anderen ziehen weiter auf der Suche
nach
irgendeinem neuen Unterschlupf.
Augenschein im Frühsommer im Kaukasus: Begegnungen mit Menschen,
die
versuchen ihr Leben unter schwierigsten Bedingungen weiter zu leben;
lange
Gespräche mit Familien in Flüchtlingszelten; Tische, beladen
mit allem
Essbaren, was man noch hat; lachen und tanzen. Nur das Zusammensein
gibt die
Kraft, den nächsten Tag überleben zu können, und die
Zuversicht, immer
wieder neu anzufangen.
Zulikhan Asukhanova, Gastschülerin an der Alten Kantonsschule Aarau,
besuchte diesen Sommer ihre Familie, die versprengt in Tschetschenien
und
Inguschetien lebt; Elisabeth Petersen begleitete sie auf ihrer Reise.
Datum/Zeit: Donnerstag, 19. August 2004, 19.30 Uhr
Ort: Aula der Alten Kantonsschule Aarau, Bahnhofstrasse 91
Eintritt: Fr. 20./Fr. 10. ermässigt
Forum für Zeit-Zeugen Präsident: Dr. Andreas Petersen
Scheuchzerstr. 212, CH-8057 Zürich
Tel./Fax. 01/ 362 17 65 E-Mail: zeit-zeugen@dplanet.ch www.zeitzeugen.ch
Spendenkonto: PC 87-381594-5
Unterstützt vom Aargauer Kuratorium und der Kulturstelle der Stadt
Aarau
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