Adnan Rassol - "Irak – ein Land im Ausnahmezustand"

2007 war das Jahr der irakischen Flüchtlinge. Das UNHCR spricht von 2,5 Millionen Menschen, die auf der Flucht sind. Im Zweistromland herrscht die Sprache der Gewalt, der Lüge, des Verrats. Die US-Armee und ihre irakischen Verbündeten nehmen Frauen als Geiseln, um deren männliche Angehörige zur Aufgabe zu bewegen. US-amerikanische Soldatinnen foltern und demütigen irakische Gefangene, die sie wie Hunde an der Leine schleifen oder neben deren Leichen sie in Kameras feixen.

Selbst in den Städten bleibt die Versorgung mit Strom und sauberem Wasser, Medizin und Bildung schlecht. Steigende Preise für Gas, Benzin und Grundnahrungsmittel stürzen die Menschen in Armut. Die Essensrationen wurden zu Beginn des neuen Jahres halbiert. Grund für die Kürzung: die Verdopplung der Nahrungsmittelpreise. Von acht Millionen Irakern, die auf die Essensrationen angewiesen sind, lebt die Hälfte unter der Armutsgrenze von 100 US-Dollar pro Monat. Daneben die ständige Angst, Opfer eines Terroranschlags zu werden.

Adnan Rassol ist 1955 im Irak geboren und studierte Biologie an der Universität Basra. Später wechselte er zum Journalismus und arbeitete für viele renommierte nationale und internationale Radio- und Fernsehanstalten in Frankreich, Italien und Indonesien. Er war als Irak-Koordinator für das ZDF tätig. Rassol ist Mitautor des Buches Bagdad Google (NZZ Verlag) und lebt seit März 2007 in Baden/AG.

Datum/Zeit: Dienstag, 4. März 2008, 19.30 Uhr
Ort: Aula der Alten Kantonsschule, Bahnhofstrasse 91, Aarau
Eintritt: Fr. 15.-/ Fr. 10.- ermässigt

 
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