![]() |
| „Bestimmt der Westen, was Islam ist?“ Der Islam ist in die Schlagzeilen geraten: nicht nur,
weil heute zwischen 4 und 5% der Wohnbevölkerung in der Schweiz sich
als Muslime bezeichnet, sondern vor allem auch wegen der Auseinandersetzungen
um zahllose Vorurteile und Wertaussagen, mit denen der Islam konfrontiert
ist. Diese nichtislamischen Urteile haben die Selbstaussage der Muslime
über den Islam nachhaltig geprägt. Muslime werden mit Fragen zu Menschenrechten,
zur Lage der Frauen, zur Festschreibung einer Einheit von Religion und
Politik, zum Fehlen von Reformation und Aufklärung, zu Normierung der
Lebenspraxis durch die Scharia oder zum Jihad überhäuft, auf die sie
in sehr unterschiedlicher Weise reagieren. Dies führt dazu, dass Muslime
«ihren» Islam heute vielfach mehr an den Fragen von Nichtmuslimen ausrichten
als aus einer eigenen Tradition her bestimmen. Treffen die in diesen
Fragen verborgenen Urteile eigentlich zu? In welchem Umfang prägen die
nichtmuslimischen Urteile die Selbstdeutungen der Muslime?
|
©
Forum für Zeit-Zeugen 2003 | designd by crabb |
||||||