„Bestimmt der Westen, was Islam ist?“

Der Islam ist in die Schlagzeilen geraten: nicht nur, weil heute zwischen 4 und 5% der Wohnbevölkerung in der Schweiz sich als Muslime bezeichnet, sondern vor allem auch wegen der Auseinandersetzungen um zahllose Vorurteile und Wertaussagen, mit denen der Islam konfrontiert ist. Diese nichtislamischen Urteile haben die Selbstaussage der Muslime über den Islam nachhaltig geprägt. Muslime werden mit Fragen zu Menschenrechten, zur Lage der Frauen, zur Festschreibung einer Einheit von Religion und Politik, zum Fehlen von Reformation und Aufklärung, zu Normierung der Lebenspraxis durch die Scharia oder zum Jihad überhäuft, auf die sie in sehr unterschiedlicher Weise reagieren. Dies führt dazu, dass Muslime «ihren» Islam heute vielfach mehr an den Fragen von Nichtmuslimen ausrichten als aus einer eigenen Tradition her bestimmen. Treffen die in diesen Fragen verborgenen Urteile eigentlich zu? In welchem Umfang prägen die nichtmuslimischen Urteile die Selbstdeutungen der Muslime?

Reinhard Schulze ist seit 1995 ordentlicher Professor für Islamwissenschaft und Neuere Orientalische Philologie an der Universität Bern. Er lehrte als Gastprofessor an der New York University und der Harvard University. Seit 1995 ist er Herausgeber der Reihe Social, Economic and Political Studies of the Middle East and Asia. Aus seiner Feder stammen zahlreiche Veröffentlichungen zur islamischen Geschichte der Neuzeit.

Datum/Zeit: Donnerstag, 26. Mai 2005, 19.30 Uhr
Ort: Aula der Alten Kantonsschule Aarau, Bahnhofstrasse 91
Eintritt: Fr. 20./Fr. 10. ermässigt


 
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