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Khasan Gul Tani "Afghanistan im Gebiet der Taliban - Vom «Mister Kalaschnikow» zum Erbauer von Mädchenschulen"
Der bald 70-jährige Paschtune Khasan Gul Tani lebt mit seinen zwei Frauen und 16 Kindern in Khost, einer afghanischen Stadt in der Nähe der pakistanischen Grenze. Die gleichnamige Provinz ist eine der ärmsten des Landes, Usama bin Ladin war hier, die Taliban kamen aus der Region.
Die Bauernfamilie, aus der Khasan Gul Tani stammt, war so arm, dass er als Kind einmal fast verhungert wäre. Die Mutter hatte kein Huhn, um den Lehrer zu bestechen und den Knaben für die Feldarbeit freizukaufen. So musste er in die Schule, war fleissig und bekam schliesslich ein Stipendium für ein Studium im Rahmen eines Austauschprojekts mit Deutschland. Im Frankfurt der 60er Jahre studierte er Physik, lernte die Protagonisten der Studentenbewegung kennen und verstand sich als Revolutionär. Als der perfekt Deutsch sprechende Khasan Gul 1973 nach Afghanistan zurückkehrte, stand er der prosowjetischen Regierung nahe, die ihn jedoch nach Differenzen 1978 inhaftierte und folterte.
Nach seiner Entlassung flüchtete er in die Berge seiner Heimatregion, von wo aus er 10 Jahre Nacht für Nacht gegen die sowjetischen Besatzer kämpfte – zuletzt als Kommandant von 200 Leuten. Nach der Vertreibung der Sowjets wirkte er bei der Gründung und Führung von Schulen und sozialen Einrichtungen mit, machte sich aber mit seiner laizistischen Auffassung bei den Taliban unbeliebt. Erneut kam er ins Gefängnis. Nach dem Sturz der Taliban war er zeitweise Erziehungsminister der Region. Heute verfolgt Khasan Gul sein langgehegtes Ziel auf privater Basis: mit dem Bau von vielen Schulen, auch für Mädchen, eine der ärmsten Provinzen des Landes zu verändern.
Datum/Zeit: Mittwoch, 29. März 2006, 19.30 Uhr
Ort: Aula der Alten Kantonsschule Aarau, Bahnhofstrasse 91
Eintritt: Fr. 15.-/Fr. 10.- ermässigt

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