"17. Juni 1953 - Volksaufstand in der DDR"

Filmvorführung mit dem Regisseur Dirk Jungnickel und dem Zeitzeugen Walter Schöbe

Des 50. Jahrestages des Volksaufstandes vom 17. Juni 1953 in der DDR wurde dieses Jahr in einer unübersehbaren Zahl von Veranstaltungen, Publikationen und Medienereignissen in Deutschland gedacht. Damals kam es in der DDR in über 560 Städten und Gemeinden zu Streiks und Demonstrationen mit über einer Million Menschen. In 167 von 217 Land- und Stadtkreisen wurde der Ausnahmezustand verhängt. Niedergeschlagen werden konnte der Aufstand nur mittels den in der DDR stationierten sowjetischen Truppen. Die Folgen: 13.000 Verhaftungen, 18 standrechtliche Erschiessungen, rund 100 erschossene oder auf andere Weise umgekommene Demonstranten. Mit der Forderung nach Demokratie und freien Wahlen war der (Arbeiter-) Aufstand nichts weniger als eine gescheiterte Revolution, die den «Arbeiter- und Bauernstaat» DDR in seinen Grundfesten erschütterte, mit Ausstrahlung auf den gesamten sowjetkommunistischen Machtbereich.
Anlässlich des Jubiläums produzierte der in der DDR aufgewachsene Regisseur Dirk Jungnickel, geb. 1944, einen sehr beeindruckenden Film zum 17. Juni mit acht Zeitzeugen aus Görlitz, Leipzig, Jena und Magdeburg. Jungnickel war in den DEFA-Studios Potsdam-Babelsberg an der Produktion von über 30 Spielfilmen beteiligt, bevor er 1985 nach Westberlin floh.
Neben Herrn Jungnickel wird auch einer der im Film interviewten Zeitzeugen, Herr Walter Schöbe, für die Diskussion anwesend sein. Herr Schöbe war als 24jähriger nach dem 17. Juni 1953 in Leipzig zu 15 Jahren Haft verurteilt worden, wovon er 8 Jahre im Zuchthaus Waldheim verbüsste. Nach der Haftentlassung arbeitete er als Tierarzt und wurde 1962 erneut 5 Jahre wegen Fluchtvorbereitung inhaftiert.

Datum/Zeit: Donnerstag, 11. September 2003, 19.00 Uhr
Ort: Aula der Alten Kantonsschule Aarau, Bahnhofstrasse 91
Eintritt: Fr. 20.­/Fr. 10.­ ermässigt

 
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