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„Hilfe zur Selbsthilfe“ Frau Louise Werder wurde 1920 in Möriken im Kanton
Aargau geboren. Nach dem Besuch der Gemeinde- und Sekundarschule absolvierte
sie eine Lehre als Schneiderin in Wildegg und arbeitete einige Jahre
in diesem Beruf. Der zunehmende Wunsch, notleidenden Mitmenschen helfen
zu wollen, veranlasste sie zum Besuch der Sozialen Frauenschule in Zürich.
Nach deren Abschluss ging sie 1950 im Auftrag der Methodistischen Frauenmissionsgesellschaft
der Schweiz nach Algerien, um dort in der Frauen- und Mädchenausbildung
tätig zu werden. Während der Jahre des blutigen Unabhängigkeitskrieges
von Frankreich blieb sie trotz vieler gefährlicher Situationen
im Land und arbeitete in der Kabylei, Constantine und Algier. 1969 wies
sie die algerische Polizei aus. Ein Jahr später wurde sie von der
amerikanischen methodistischen Frauenmissionsgesellschaft, die sie schon
in Algerien übernommen hatte, nach Zaire bzw. Kongo-Kinshasa berufen,
wo sie bis heute lebt und arbeitet. Hier erlebte sie die Anfänge
der Ära Mobutu und die Folgen des Bürgerkrieges in Ruanda,
die laut eines vor wenigen Wochen veröffentlichten Berichtes von
drei Hilfsorganisationen in Kongo-Kinshasa zur derzeit »grössten
humanitären Katastrophe der Welt« geführt haben. Erneut
war sie tätig in der Frauenarbeit, unterrichtete als Lehrerin an
einer Sekundarschule und wurde schliesslich Sekretärin des Bischofs.
Als Leiterin einer Frauenschule, in der Nähkurse angeboten werden,
initiierte sie die Gründung eines Nähateliers und verhalf
so den Frauen zu eigenen Einkünften. Ein ebenso gelungenes Projekt
der Hilfe zur Selbsthilfe ist ein von ihr 1990 gegründetes Café,
im dem heute täglich rund 200 Mahlzeiten verkauft werden. |
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